Viele fragen mich dann : „Wenn das Pferd solche Schmerzen hat und so schlecht behandelt wird, es aber doch denken kann, warum stellt es dann nicht die Mitarbeit ein“
Meine Antwort : „Gerade weil es denken kann, tut es das nicht. Nämlich weil es weiß, dass es für eine „widersetzliche“ Reaktion, die auch einfach nur ein Hilferuf aufgrund unerträglicher Schmerzen sein kann, noch schlimmer bestraft wird. Wenn die Zunge schon aufgrund des auf diese wirkenden Gebisses schmerzt, tut sie das noch mehr, wenn das Pferd „gegen den Zügel geht“, da der Reiter dann noch fester drücken wird. Wenn die Rippen des Pferdes durch den Sporenmissbrauch schon so weh tun, dass es nur schwer atmen kann, wird es nicht absichtlich langsamer werden, sondern laufen, so schnell es kann, in der Hoffnung, der Schmerz hört irgendwann auf. Der Mensch sitzt am längeren Hebel und nutzt seine Macht leider so oft schamlos aus. Das Pferd kann uns sein Leiden oder seinen Hilferuf nicht in unserer Sprache mitteilen, aber wir können verstehen, was es uns sagen würde - wenn wir wollen. Die meisten wollen aber nicht. Oder haben schon längst verlernt, wie das geht. Sie haben die Aufrechterhaltung der Kommunikation mit dem Pferd aufgrund ihrer Erfolgsgier vergessen. An diesem Punkt ist das Tier nur noch ein Sportgerät für den Reiter. Da wird diesem noch nicht einmal mehr gestattet, physische Schmerzen zu haben. Geschweige denn seelische.
Das Tier hat zu funktionieren, und wenn es das nicht tut, müssen eben andere Seiten aufgezogen werden. Das weiß das Pferd und bevor noch schlimmeres passiert, erträgt es eben die Schmerzen. Irgendwann wird es sich schon daran gewöhnen, dass der Mensch böse ist und es nichts dagegen tun kann.“
Was viele dann danach fragen, ist : „Wenn die Pferde so hilflos sind und die Reiter nichts machen, warum greifen dann die Reitlehrer oder auf Turnieren die neutralen Richter bei Ungerechtigkeiten und offensichtlichen Misshandlungen nicht ein?“
Ich sage dann : „Dann müssten sie ja gegen den Strom schwimmen. Und das ist ein harter Kampf. Und wie viele Richter werden hart kämpfen für ein Pferd, das sie unter hunderten einmal sehen und bewerten? Nicht viele. Er würde sein eigenes System verraten. Denn nur daher können die Fehler des Reiters kommen. Sonst würden nicht so viele voneinander unabhängige Pferdeleute dieselben gravierenden Fehler machen. Fakt ist für die Richter, das Pferd bockt oder widersetzt sich ja nicht, also kann es ja gar nicht so schlimm sein. Aber hinterfragen, warum es sich vielleicht gar nicht widersetzen KANN, tut keiner. Es mag sein, dass viele Richter diese Ungerechtigkeit und die Unzufriedenheit der Pferde gar nicht mehr erkennen. Der andere Teil könnte aber etwas tun oder es zumindest versuchen. Nur wenigen ist das Pferd dieser Aufwand und diese Arbeit jedoch genug wert. Und warum? Nicht, weil die Menschen so grausam sind. Einem schreienden Kind, das geknebelt ist und sich nicht wehren kann, aber Schmerzen hat, würde ja auch jeder helfen. Das Leiden des Pferdes aber ist für die meisten eben nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Die Schreie sind da, aber leise und nur für diese hörbar, die in dem Turnierpferd noch ein fühlendes Wesen erkennen können. Und auch das Gefühl, geknebelt zu sein, existiert für ein Pferd, das durch einen Sperrriemen oder Ausbinder zu etwas unnatürlichem und schmerzhaftem gezwungen wird.
Ein Eingreifen der Richter oder des Reitlehrers würde also alles aufwirbeln und zunächst einmal Chaos verbreiten, man müsste sich rechtfertigen und gegen eine große Menge ankämpfen und argumentieren. Der äußerlich so perfekte Schein wäre schwer getrübt, das bringt demjenigen mehr Ärger ein als er für das Pferd einbüßen würde.
Wenn alle gemeinsam den Mund halten und gegen das Pferd dieselben Maßnahmen einhalten, kann die glänzende Fassade aufrecht erhalten werden, nur die Pferde leiden, aber das sieht man ja nicht. Wozu gibt es den „Hilfsmittel“?“
Die schmerzhafte "Rollkur", bei der das Pferd über einen quetschenden Druck des Gebisses auf die Zunge den Kopf fast bis an die Brust gezogen bekommt, wird nun vornehm "Low Deep Round" genannt.
Folgen :
--> sensible Zunge wird gequetscht und demnach blau
--> Speichelröhre wird zerdrückt, das Pferd speichelt, kann aber nicht mehr schlucken
--> Nackenband überdehnt (ENTZÜNDUNGEN)
--> binokulares Sehfeld eingeschränkt (Pferd sieht kaum etwas nach vorne hin)
--> Gleichgewichtsbeschwerden, da der Kopf unnatürlich getragen werden muss
--> Arm-Kopf Muskel überspannt (Schultern schwer beweglich)
--> Ohrspeicheldrüsen zusammengedrückt
--> Blockierung des Halsansatzes (Dehnung und Aufwölbung des Rückens undenkbar)

Einfach grausam ,sowas darf nicht sein .Es ist ein weiterer schwarzer Schatten im Reitsport .
AntwortenLöschenHallo an alle Pferdefreunde, ein Gruß an Caro, ich finde Rollkur einfach als Tierquälerei, aber auch absolute Aufrichtung, oder Reiten mit offenen Mäulern, die nicht bemerken, dass ihre Pferd im Rücken und dem Rest des Körpers total verspannt sind, die Freizeitreiter, die nur ins Gelände gehen, die Springreiter, denen es nur darum geht ohne Fehler und mit bester Zeit durchs Ziel zu kommen, den Dressurreitern, die vor allem auf korrekte Lektionen und ihren Erfolg mit blitzblanken Stiefeln achten, jeder der nicht den korrekten, sauberen und dem Pferd gerecht werdenden Weg gehen, sind dem Pferd gegenüber ungerecht, also arbeiten
AntwortenLöschennicht richtig, wer nicht richtig reitet reitet falsch, wer falsch reitet schädigt sein Pferd. Um besser zu werden, vielleicht auch sportlich erfolgreicher, - mit dem Pferd - , braucht es das Wissen und gute Trainer, die das Wohl der Pferde in den Mittelpunkt stellen.
das ist so grausam... Ich reite selber, und den Pferden geht es bei uns relativ gut. Bei uns wird keine Rollkur geritten, und nur ein paar Privatreiter reiten mit Sporen
AntwortenLöschenDanke für den tollen Artikel.
AntwortenLöschender mensch kann froh sein, dass das Pferd so lieb und geduldig ist, und so manchen Fehler verzeiht. Aber ist die Rollkur der Dank des Menschen?
Vieler Stars der Reitsportszene die so reiten haben noch nie ein Pferdebuch gelesen. Und nur weil das Pferd nicht die Polizei rufen kann, muss man es doch nicht quälen. Das hat es einfach nicht verdient. Vor 1500 Jahren haben die Leute die Pferde noch in ihren Zelten schlafen lassen und jetzt zwingen sie ihnen Elektroschockgamaschen auf, lassen sie 23 Stunden am Tag in einem kleinen Fensterlosen Verschlag stehen. Und kleben sich an Sattel fest, weil sie ihre auf schwungvolle Gänge gezüchteten Pferde nicht aussitzen können, da sie kaum reiten gelernt haben.
Nur weil der mMensch heutzutage glaubt alles (hin)zu kriegen, muss er doch nicht so mit dem Pferd und andren Tieren umgehen.