Donnerstag, 28. Oktober 2010

1.Teil : allgemeine Definition von „Dressur“ im Reitsport & Beschreibung meiner Intention, etwas im Reitsport verändern zu wollen

Beginn meiner Serie  zu der französischen Reitweise „Ecole de Légereté“, an der ich mich seit einiger Zeit orientiere und über die ich ein Buch geschrieben habe
  

Vom Mut, nicht für die Tierquäler, sondern für die Tiere gerade zu stehen

Seit den 1920er Jahren (Gründung des Dressursports) wurde die Reitkunst zu einer sportlichen Disziplin, in der das Pferd immer mehr als Sportgerät, das auf den Turnieren seine Zwecke erfüllen muss, angesehen wurde und das muss sich dringend ändern.

Was ist Dressur? (Lexikondefinition)

„Gesamtheit von auf physischem und psychischem Druck beruhenden Verfahren zur Erzeugung von bedingten Reflexen mit dem Ziel, ein Tier für verschiedene Aufgaben einzusetzen.“
Die Dressur schließt also theoretisch alle Methoden des Menschen, der die Fähigkeit des Pferdes in seinem Sinne optimieren will, ein. Es ist nicht definiert, dass dabei die Natur des Pferdes berücksichtigt werden muss.


 Sieht schmerzhaft aus für Zunge, Genick, Maul und Psyche des Pferdes, oder? Dann ändert was!



Seit den 1920er Jahren (Gründung des Dressursports) wurde die Reitkunst zu einer sportlichen Disziplin, in der das Pferd immer mehr als Sportgerät, das auf den Turnieren seine Zwecke erfüllen muss, angesehen wurde und das muss sich dringend ändern.

„Der Zweifel ist das Heilmittel, das uns die Weisheit lehrt.“

Mit diesem Spruch von Pubilius Syrus beginnt mein Buch, denn Weisheit, menschlichen Verstand einzusetzen sowie von dem Pferd zu lernen – das sollte wieder ein wesentliches Ziel in der Reitkunst sein.
In den folgenden Artikeln soll der „Zweifel“, die Analyse moderner Umstände, zum logischen Denken und schließlich zu mehr Weisheit verhelfen.
Denn es geht um das HINTERFRAGEN, die Augen nicht zu verschließen vor ungerechtem Umgang mit dem Tier (Auch alle Nicht-Reiter sind verantwortlich für das Schicksal der Tiere!)
„Wer nicht fragt, bleibt dumm“ heißt es. So ist es auch in der Reiterei, nur dass heutzutage meist nicht der Reiter darunter leidet, sondern das Pferd.
Wenn das Pferd sich „widersetzt“ (wie es oft so schön formuliert wird), fragt sich heute kaum noch ein Reiter, was er selbst falsch gemacht haben könnte, nein, eigentlich will er es bewusst gar nicht wissen und sich seine Schwächen nicht eingestehen.
Einfacher ist es für die meisten, alles auf einen anderen zu schieben, hierbei auf das gutmütige Pferd, das sich nicht traut, zu fragen, da die Antwort meist schmerzhaft sein würde.......
Das Pferd bleibt „dumm“, es darf nicht mitdenken, da zum mitdenken hin und wieder auch Widerspruch gehört und der ist vom Reiter nicht gestattet, denn er bleibt ja selbst „dumm“, weil er (auch bei Widerspruch) überfordert ist und nicht hinterfragt.
Nicht alles einfach so zu übernehmen und umzusetzen wie es ist und die Natur sowie das Wesen des Pferdes zu berücksichtigen, ist so unendlich wichtig, um es zu verstehen und sich mit ihm zu verständigen.
Weisheit ist ein großer Teil des Schlüssels, mit Hilfe welchem die Verriegelung zwischen zwei Wesen, Mensch und Pferd, wieder geöffnet werden kann.

„Solange man nur selbst redet, erfährt man nichts.“
Wer ein Herz für Tiere hat, setzt sich für diese ein, betrachtet vorherrschende Zustände kritisch und fängt bei sich selbst an, um etwas zu ändern.

Samstag, 23. Oktober 2010

Die zehn Herzensgebote unserer Vierbeiner

Erstens :
Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge niemals mir zu! – Verletze mich nicht, denn ich bin dir immer ein treuer Partner, auch wenn du nicht immer gerecht bist.

Zweitens :
Ich habe Nerven, Sehnen, Gelenke, mein Blut fließt, wie deins. Verletze mich nicht, denn ich kann dir meine Schmerzen nur schwer kenntlich machen, wenn du so blind bist.

Drittens :
Ich begleite dich von Tag zu Tag. Ich habe deinen Respekt verdient, wie du meinen. Verletze meinen Stolz nicht, von dieser Demütigung kann ich mich nie mehr erholen!

Viertens :
Ich lebe bei dir und mit dir, so wie du das willst. Doch meine Urinstinkte und Bedürfnisse werde ich nie ablegen, darum berücksichtige meine Natur. Verletze nicht deine Pflicht, mich so artgerecht wie möglich zu halten.


      Pony Sandy & Kater Casimir


Fünftens :
Du bist mein Freund. Das ist unbezahlbar - ich bin unbezahlbar. Gebe mich nur in gute Hände, lege nicht deine Verantwortung ab, nur weil du an dich denken musst.

Sechstens :
Lektionen kannst du mir lehren, meine Treue musst du dir mit der Zeit erarbeiten, gehorsam bin ich dir erst, wenn sich deine Vertrauenswürdigkeit bewährt hat. Missbrauche niemals mein Vertrauen, es kehrt nie wieder so zurück, wie es gegangen ist!

Siebtens :
Verliere niemals den Draht zu mir, unterbreche unsere Verbindung nicht, sonst verlernen wir, zu kommunizieren. Ohne Dialog kein Verständnis.


Achtens :
Habe Geduld mit mir, bestrafe mich nicht für das, was durch meine Natur vorbestimmt ist. Ich kann lernen, wie du. Eine ungezügelte Zunge aber beängstigt mich noch viel mehr.


Neuntens :
Ich stehe dir immer bei und spüre, was du fühlst und wie es dir geht. Doch ich bin nicht dazu da, deine Lasten zu tragen und für deine Fehler gerade zu stehen. Missbrauche nicht meine Gutmütigkeit und mein stilles Schweigen.


Zehntens :
Wirf dein Herz voraus, dein Tier wird ihm folgen!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

"Good boy" - die unsichtbare Verbindung zwischen Mensch und Tier



rechts : Lilli Kreimeyer
   am Pferd : Linda Tellington-Jones


Linda Tellington-Jones, Kanadierin (73) entwickelte vor vielen Jahren die „Tellington-Methode“, eine Form der Körperarbeit mit dem Tier, die dessen Unbehagen, Schmerz oder Angst beheben und das Vertrauen zum Menschen stärken soll. Man berührt das Tier mit den „TTouches“ in kreisenden Bewegungen, um sein Körperbewusstsein und Wohlbefinden zu verbessern. Mit Hilfe von Bodenübungen oder bei Pferden Lektionen unter dem Sattel intensiviert man das Verhältnis zu seinem Tier und erntet für seine Bemühungen und die respektvolle Behandlung seines Weggefährten dessen Vertrauen.

April 2010 : Linda Tellington-Jones, diese berühmte Kanadierin reist nicht nur nach Deutschland, nein sogar nach Dudenhofen, in meinen Reitstall.
Sie bot ein Seminar zum Zuschauen oder auch Mitmachen mit dem eigenen Pferd an.
Lilli Kreimeyer (18) und Chero (9) sahen in dem Tag ihre Chance, gemeinsam eine Lösung für das Pferd, das nicht verladen werden, also in brenzligen Situationen auf seinen Reiter vertrauen wollte, zu finden. „Beim Üben steigt mein Pferd immer in den Hänger und hat keine Angst. Sobald es auf ein Turnier geht und ich nervös bin, stellt Chero auf stur“, so die 18-jährige zu Beginn des Seminars.
Linda lächelt. Achso, Lilli ist nervös. Wo da dann wohl Cheros Problem liegt?
Schnell wurde klar, dass Linda zunächst einmal bei der Besitzerin anfangen musste: „Du bist nervös. Das merkt dein Pferd. Du kannst ihm keine Sicherheit und kein Vertrauen mehr vermitteln und es zögert – wie du“, so die 73-jährige. „Aha – und jetzt?“, dachte sich Lilli damals. Zurück zum Anfang lautete die Devise der Tellington-Jones: Sie lehrte Pferd und Mensch noch einmal, ganz von vorne das selbstbewusste Führen des Menschen, steigerte ihre Arbeit dann, indem sie mit Planen und Gerten einen Hänger simulierte.
„Good boy“ sagte sie immer wieder, vermittelte dem Tier Vertrauen und lobte seine Sensibilität und Bereitschaft zur Mitarbeit. Und siehe da: Nach viel Vorarbeit und geduldigen Ratschlägen der Pferdefrau standen Lilli und ihr Pferd im Hänger – rückwärts, vorwärts, drehend, lang, kurz, wie sie wollte – es sei denn, das Mädchen wurde unsicher. „WOW“ – Linda war von ihrer eigenen Arbeit überrascht und bestätigte sich und die Zuschauer einmal wieder darin, wie viel Einfluss die Körpersprache und sogar die Gefühle des Menschen auf die Reaktionen ihres Tiers haben.
Früher musste Lilli ihr Pferd fast in den Hänger tragen – heute steigt Chero innerhalb weniger Minuten in das Transportfahrzeug.
Selbstsicherheit, Geduld, Klarheit und Entspannung – die Schlüsselworte zum Erfolg. Und das gilt nicht nur für Pferde und die Tellington-Methode. Tiere und vor allem deren Gefühls- und Gedankenwelt müssen ernst genommen werden. Dass das fruchtet, zeigte Lilli, deren Pferd heute mehr Vertrauen zu ihr hat, als jemals zuvor.

In der nächsten Woche stelle ich euch dann ein paar „Ttouches“ (Ti-Tatsches gesprochen) vor, die ihr bei euren eigenen Tieren (bei JEDEM Tier anwendbar!) ausprobieren und verschiedene Probleme so behandeln könnt….Seid gespannt und lasst euch überraschen!

Vorstellung



Mein Name ist Caro Lobig, ich habe in diesem Jahr mein Abitur gemacht, bin 18 und nun Online-Journalismus Studentin in Dieburg (bei Darmstadt). Seit Dezember 2009 arbeite ich für die Lokalredaktion der Rheinpfalz in Speyer und für mich steht fest : Journalistin zu werden, mein Leben erlebnisvoll als rasende Reporterin „Karla Kolumna“ (wie meine Freunde es nennen), zu verbringen, ist mein Traum. Neben dem Schreiben und dem Singen sind die Tiere, vor allem die Pferde (und meine eigene Stute Waju) meine große Leidenschaft. 
Tiere umgeben uns im alltäglichen Leben und sind uns oft treuer als die Menschen – doch werden sie leider oft zu wenig wahr- und ernst genommen.
Ich stehe deshalb hinter den Methoden, Lehren und Menschen, die sich für eine harmonische Beziehung zwischen Tier und Mensch auf die unterschiedlichsten Weisen einsetzen und somit dazu beitragen, diese Lebewesen auch als solche wahrzunehmen, zu achten und zu respektieren.
In meiner Rubrik  „Ein Herz für Tiere“ (- und den Respekt diesen gegenüber) liegt daher der Schwerpunkt auf alternative Lehren im respektvollen Umgang mit dem Tier. Es wird unter anderem Interviews mit Tierbesitzern, die Methoden wie die von Linda Tellington-Jones (Tellington-Methode) einsetzen sowie Texte zu der französische Reitweise der „Légereté“, die auf Harmonie und Einstimmigkeit OHNE Gewalt abzielt, zu lesen geben.

Face to face – direkt und schonungslos, möchte ich die auch manchmal unangenehmen Tatsachen aufdecken
kritisieren und Alternativen vorschlagen. Es geht für mich um das „Hinterfragen“, „Augen aufmachen“ und zum „Nachdenken anregen“ – für die Tiere & mein Herz für diese – jeden DONNERSTAG.

Bei Fragen, Kritik und Anregungen könnt ihr euch gerne an folgende Email-Adresse wenden : caro-facetoface@web.de